Archive for the ‘Bacharach’ Category

Warum ist es … ?

Montag, Mai 14th, 2007

Kratzer in dem Lack

sie polieren

das Erbe auf

Sandpapier

schleift es fein

spiegelglatt

ohne Brüche und Risse

schattenlos glänzt

steril    der Rhein

 

Die alte Goldwaage

Sonntag, Mai 13th, 2007

Auf der Spur in das Haus meiner Väter

im Flur an gekalkter Wand

hängt die Schifferkappe noch

das Fischernetz es trocknet

neben Tee, Kamille auf dem Speicher

die alte Bibel liegt verwaist

der graue Heidelberger Katechismus

Truhen, Kästen angefüllt mit Uhren

Brillen drauf

der Plan von einer Schiefermine

im Keller neben Eichenfässer

Steine, Fliesen, Funde

die Wilddiebflinte gut versteckt

Schmuggelgut in der Franzosenzeit

Schlösser in die kein Schlüssel paßt

Weidenkörbe   Bartmannkrüge

Zifferblätter ohne Zeiger

trockene Reben gelagert im Hof

auf der Spur in das Haus meiner Väter

durch Träume hindurch

durch Brände

durch Risse, Brüche, Engen

Häuser die nun nicht mehr stehen

auf der Spur in das Haus meiner Väter

Wingertspfade steil, Bergmannslampen

Schifferseile Fischerhaken

Gläser, Uhren, Perpentikel

in der Hand des Alten

der durch alle Väter geht

balanciert die feine Wage

stets auch gut geeicht

Ebenholz mit dünnen Messingschalen

und es gibt kein Gold

das da hebt die Asche auf

dessen den sie einfach so vergast

schwarzes Rheingold

Sonntag, Mai 13th, 2007

Tauch in die Tiefe nur des Stroms

im Rhein da liegt ein goldner Becher

der nicht verrostet ist

aus ihm da quillen neue Sagen

die nicht zerschellen nur

an Fels und Wand

sie sind die Raben in dem Wind

Echo nur aus tiefer Stille

sie fliegen durch die Nacht

auf ihren Federn all die Türme

die zerbrochen sind

Gesänge die verhallt

in einem Krächzen nur

die Leben all

die abgerissnen Häuser

tragen sie auf ihren Flügeln mit

und Worte seltsam

Ba CHava ch

wie schön gesagt Achim von Arnim

Samstag, Mai 12th, 2007
 Auf einem Felsensteine 

Steht, wie ein Körnlein Salz, 

So eckig weiß im Rheine, 

Ein Schloß, das heißt die Pfalz,

Johannes Tranelis+1997

Dienstag, Mai 8th, 2007

Töpfer, Keramiker

Spieleerfinder du

noch immer wartet

ein Spiel

ein Projekt

ungefertigt

über und durch

enge Gassen

die sich zuziehen

in dieser kleinen Stadt

dort am Rhein

schattenüberhangen

ich zeichne es in der Luft

du setzt Steine darauf

ich flüstre durchs Gras

dir ins Grab

nimm Glasur mit

von unten

brennst du den Ton

 

 

Der Krug ist zerbrochen

die Töpferin Zeit

hält die Scherben

in der Hand

nichts fügt sich mehr

zusammen

vorbei und dahin

ausgetrunken zu schnell

das Wasser des Lebens

Rheingold oder Table-Dance

Samstag, Mai 5th, 2007

Die Sonne plötzlich

glitzert in dem Schlamm

und zwischen Schiefer

Scherben Aschenresten

ein rostger Nagel

sticht sich in den Himmel

an dem einst hing

ein Bild des Rheins

das schwamm

durch die Romantik hin

die Wellen fraßen alle Haare

die Felsen gingen unter

die Farben lösten auf sich

uferlos auf einmal

Berge Linien Himmel Anker Nachen Weiden

Schiffe  Pappeln trieben in der Luft

kein Wasserstand mehr

und kein Pegel

kein Echo mehr

 

doch da lud ein ein neues Segel

die Weltkultur lud ein

zu erben was dahin und auch vorbei

 

und so erwachten neu

sieben Jungfrauen nackt

die tanzten auf den Tischen

 

Waisenhaus

Montag, April 30th, 2007

Aus der Nacht

herausgekehrt

die Reste

aus der Asche heraus

gepustet

was da zuunterst

noch Glut

mit zugespitzten Lippen

zäh

Atem schnell schnappend

zäh angefacht

rot züngelt es noch

was blieb übrig von uns

nie hab ich dich verlassen

suchst du noch immer

den Schlüssel zu der verlorenen Tür

 

in der Urne war die Asche des Bruders nicht

hältst du noch immer die Hände

schützend um die rettende Glut

wer zündet das Feuer nun an

es ist worden kalt