Die Arme
zu beiden Seiten
der Fluß nur sind
der Kopf die Burg
die Rabenhöhe ist der Scheitel
die Türme Finger
das Herz der Stadt
am rechten Fleck
Wahrzeichen sie
Stolz und Wunde
pochend rot
ist die Kapelle
wie eine Knabenkrone
aufgesetzt
Die Arme
zu beiden Seiten
der Fluß nur sind
der Kopf die Burg
die Rabenhöhe ist der Scheitel
die Türme Finger
das Herz der Stadt
am rechten Fleck
Wahrzeichen sie
Stolz und Wunde
pochend rot
ist die Kapelle
wie eine Knabenkrone
aufgesetzt
Das Maßwerk in dem Stein
dort oben der Kapelle
sind zarte Gitter doch
aus Sandstein feine Rippen
Kreuzesblumen und Rosetten
die Licht einfassen
doch ohne es zu brechen
zu verdunkeln
oder bannen es
in Glas hinein
daß schimmert durch
nur trüber Schein
der Himmel ist gegittert nicht
er ist gefächert nur und tritt durch jedes Fach
das Licht doch ungebrochen ein
und stehst im Innern du
des Kleeblatts der Kapelle
dein Auge wird zur Höh
daß sich zum Himmel wendet
was hier auf Erden schon erblindet
die Leere ganz des Himmels
in einer Klarheit nackt
tritt unverhohlen vor dich hin
hier stehst du ganz
durchs Maßwerk siehst du
durch Gitter die nicht Gitter sind
weil freien Blick sie nur erschaffen
der Himmel kommt und
fällt dir in das Aug
du schwebst mit in die Höh
dir schwindelt blickst du lange
es spannt der Bogen der Kapelle
dich ganz in eine fremde Haut
und deine Enge spürt
die Weite vorrgerückt
ein neuer Atem frischt dich auf
dein Fuß faßt fester noch die Erde
der Himmel hat sich dir geschenkt
in deinem Blick durchschreitest du
das hohe Fenster ganz
der Kapelle Maßwerk
hohes Tun
der Himmel unverglast
und unverstellt
nicht vorgefärbt
noch sonstetwas
und du schaust hoch
dies leere Maßwerk
ohne Blei und Fensterglas
beschenkt dich reich
Du suchst nicht Ufer
die nicht zu erreichen sind
du suchst nicht Inseln
die nur treiben schnell dahin
du suchst nicht Fels
der morgen schon ist weggesprengt
du suchst den Schilf
der biegsam tanzt
und dessen Halme
des Windes aufgewirbelt Ufer sind
Durch Trennungen zu gehen
wie durch ein Abschiednehmen
du bist schon stark
läßt alles hinter dir
der Schritt ins Aus
das Wagnis ist der Sprung
der erste Schritt
den Abgrund rettend
dich zu überwinden
Und sieh den Strom
den Berg, den Fels
du glaubst, es sind
nur Silhouetten
und sieh den Flug der Vögel
Huschen der Spinnen
das Wachsen der Brennessel und Reben
Surren der Bienen
das Dösen der Eidechsen
auf heißem Schieferstein
du glaubst, es sind
nur Silhouetten
und sind doch Schattenspiele
ganz der Seele auch
die leuchtet hell in diesem Tal
Und weigerst du mir
Haar und Mund
verschleiert dein Gesicht
die hohe Stirne ahn ich doch
den Engelsgriff im Nacken
und über deinen Kopf streicht hin
des Krähenfluges sanftes Schwingen
und deine Hände kalt
sie trennen mir die Seele
Wenn deine Hand
sich auf die meine legt
sind Welten schon dazwischen
tauchen Nächte längst gelebten Lebens
plötzlich wieder auf
tauscht das Morgen sich mit finstrem Tod
Es ist die Klage
die der erste Atem ist
zu rühmen ganz
außerhalb des Willens
den Glanz der
abhebt von den Schatten
ihre frühe Spur
die Helle die auf allen Dingen lag
als noch der Tau und Raureif
unberührt den Morgen ganz bedeckte
Ich habe deine Seele geschmiedet
an die rostige Kette Verlassenheit
ich habe deine Flügel gestutzt
wenn himmelwärts der Flug beginnt
über dem verheißenen Land
das in der Sonne da brennt
Weinberge voll die Aprikosen genommen
ich habe deine Seele geschmiedet
in den Schmerz der Trennungen hinein
wenn die Abendsonne Abschied glüht
Wasser dir genommen das da
löscht zu Mittag den Durst
alle Ufer dir unerreichbar gemacht
deine Seele geworfen in den Wind des Verzweifelns
ich habe dich genetzt mit dem Wein meiner Liebe
geküßt mit der Rabenstille der Nacht
Es zittern in der Nacht
die Flügel
des Menschen Wort
wäscht sich
am Ufer aus
es treiben in dem Strom
die Augenblicke
Zeit schwemmt sich fort
tief ins Vergessen
und Strudel Sog
saugt auf
die Stille