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Das Glück

Samstag, Mai 19th, 2007

Es ist ein Feuer

das da zückt

und ganz verbrennt

daß Flammen hochschlägt

tief in Haut, in Nacht

es ist ein Feuer

das da zückt

aus Hölle Paradies zugleich

fegt es hinweg

die Sinne all

betäubt, betört

zerbrennt im Nu

doch in den Flammen stehen

und leuchten hell

den Pfeil des Todes

zu entgiften

zu springen über Welten

in den Anfang ganz hinab

daß Feuer Atem wird

und nicht Erstickung

die nur qualmt und schwält

daß da ein du

und nicht ein es

gezinkt gezoomt

 

 

ein Schritt

in einen neuen Tag hinein

die Sonne plötzlich

strahlt wie nie

und es umarmt sich

und entflieht sich nicht

was auf der Spitze

einer Flamme

sich gefunden

 

und kostet dann

den Regen

der durchnäßt

den ganzen grauen Staub

und auf der Haut

da trocknen helle Tränen

Glück

schenkt sich

einer Seele

die den Himmel

die Unendlichkeit der Weite

tief in sich geatmet eingebunden

 

o.T.

Freitag, Mai 18th, 2007

Die Worte

haben keinen Sinn mehr

die Häute keine Seele

dies ist der Anfang

wo die Klage

sich erhebt

auf Rabenflügeln

trägt die Stumme

zur Sonne hin

durch graue Nacht

aus allen Nebeln raus

entlang der Schneide einer Sense

hin in die Klarheit

eines Regentropfens

der perlt von einem grünen Blatt   

 

     

 

 

o.T.

Freitag, Mai 18th, 2007

Daß man eigentlich

nichts sagen kann

daß Wortre vergeblich

zwecklos völlig

daß es nicht lohnt

etwas dagegen zu sagen

wo Maskerade

sich aufgrellt nur

das Liberale

Verbiegung nur

des Opportunellen

es bleiben keine Worte

mehr übrig

die nicht schon

geschändet, getunkt

in der alleszerfressenden

Säure der Entstellung

nicht einmal mehr

Lüge sagen zu können

davon lebt das System

o.T.

Donnerstag, Mai 17th, 2007

Den Tod genippt

oder das Wasser des Lebens

aus einer flachen Schale

mitten im Dschungel

die Buddhastatue

überwuchert

du siehst das Lächeln

nicht mehr auf den Lippen

nur diese Hände

ausgestreckt

dem Himmel offen

und der Erde

doch so nah

Schlangen gleiten durch die Finger

Ameisen kriechen an der Bronze

schwarz hinab

was halten die Hände

die leer sind

den giftigsten von allen Pfeilen

die größte Anspannung des Bogens

Demut 

Regen

Mittwoch, Mai 16th, 2007

In seiner Bettelschale 

der Bettler 

fängt er die Tropfen auf 

er ist blind 

und so hört er den Himmel 

 

o.T.

Mittwoch, Mai 16th, 2007

Wann

wird enden

der gestrige Tag

du wirst zählen die Zeit

es gibt Tage

die schneiden ins Leben

tiefer als Messer 

Uferlos

Dienstag, Mai 15th, 2007

Wohin willst du fließen Rhein

wohin bist du geflossen

die Strömung riß durch Felsen dich

die beugten deine Bahn

du schlängelst dich

du windest dich

doch irgendwann

ist alles leer

nur Meer

Fels

Dienstag, Mai 15th, 2007

An diesem Fels

da stehst du oft

er hat gar keinen Namen

er ist die Wand

die vor dir steht

und hinter dir die Nacht

ist wenn keiner mehr

denn bei dir steht

er kennt dich gut

wozu noch Mut

so wie der Strom

in weite Ferne schlägt

bleibt doch der Fels

ein Wächter er

still steht er

unbeugsam

Schatten in der Nacht

die ausruht von der Grelle nur

ein Wächter stumm

einsam nur Stein

Die alte Goldwaage

Sonntag, Mai 13th, 2007

Auf der Spur in das Haus meiner Väter

im Flur an gekalkter Wand

hängt die Schifferkappe noch

das Fischernetz es trocknet

neben Tee, Kamille auf dem Speicher

die alte Bibel liegt verwaist

der graue Heidelberger Katechismus

Truhen, Kästen angefüllt mit Uhren

Brillen drauf

der Plan von einer Schiefermine

im Keller neben Eichenfässer

Steine, Fliesen, Funde

die Wilddiebflinte gut versteckt

Schmuggelgut in der Franzosenzeit

Schlösser in die kein Schlüssel paßt

Weidenkörbe   Bartmannkrüge

Zifferblätter ohne Zeiger

trockene Reben gelagert im Hof

auf der Spur in das Haus meiner Väter

durch Träume hindurch

durch Brände

durch Risse, Brüche, Engen

Häuser die nun nicht mehr stehen

auf der Spur in das Haus meiner Väter

Wingertspfade steil, Bergmannslampen

Schifferseile Fischerhaken

Gläser, Uhren, Perpentikel

in der Hand des Alten

der durch alle Väter geht

balanciert die feine Wage

stets auch gut geeicht

Ebenholz mit dünnen Messingschalen

und es gibt kein Gold

das da hebt die Asche auf

dessen den sie einfach so vergast

Im Ungeschiedenen

Samstag, Mai 12th, 2007

Scheidungen. Unterscheidungen. Am Horizont ferne Schiffe. Du siehst die Schatten nur. Am Strand ein Schädel gespalten.  Welchen Traum fing er auf ? Was verfing sich in ihm ? Sickerten die Worte nur durch ihn durch oder blieb was hängen ? Knistern die Zeitungen noch ? Aus dem Nebel des Aktuellen hinaus wächst ein Finger in die Leere der Zeit. Du bist wieder im Süden und tanzt.